Vorsorgevollmacht ohne Notar – Günstig, rechtssicher?

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Wer sich schon einmal Gedanken gemacht hat, was passiert, wenn man selber keine Entscheidungen mehr treffen kann, landet irgendwann beim Thema Vorsorgevollmacht ohne Notar.

In § 1896 BGB steht, dass das Amtsgericht für all diejenigen einen gerichtlichen Betreuer bestellt,  die selber auf Grund von Krankheit oder Behinderung nicht mehr handeln können. Dieser regelt dann den Aufenthaltsort des Betreuten, seine Gesundheitsfürsorge, seine finanziellen Angelegenheiten und verfügt über seine Post.

Ein Fremder bestimmt also über das eigene Leben. Wer dies vermeiden möchte muss eine Person bestimmen, die dann die Vollmacht erhält Entscheidungen zu treffen. Es muss also im Vorfeld eine Vorsorgevollmacht aufgesetzt werden in die der Bevollmächtigte eingesetzt wird.

Der Vollmachtgeber verhindert somit, dass ein gerichtlicher Betreuer bestellt wird.

Wie aber setzte ich das um? Setze ich selber ein Schriftstück auf? Nehme ich ein Formular aus dem Internet, oder suche ich einen Notar auf?

Wie kann eine Vorsorgevollmacht ohne Notar rechtsgültig sein?

Ich muss mich also für einen Weg entscheiden. Wenn ich selber eine Vorsorgevollmacht ohne Notar aufsetze, habe ich wirklich die rechtlichen Kenntnisse, dass diese Vollmacht rechtsgültig ist? Kann es passieren, dass trotz Vollmacht ein gerichtlich bestellter Betreuer eingesetzt wird?

Wie verhält es sich mit Vordrucken aus dem Internet oder Buchhandel. Auch hier muss ich mir sicher sein, dass diese rechtlich gültig sind. Aber kann ich das? Was passiert wenn diese Vollmachten veraltet sind? Wird dann trotzdem das Gericht eingeschaltet?

Bleibt also nur die notarielle Vollmacht? Oder gibt es doch einen Weg eine rechtsgültige Vollmacht zu erstellen, eine die immer gültig ist, bei der alle Kosten, auch die einer Überprüfung oder Aktualisierung, von vorn herein feststehen und kalkulierbar sind?

Auch diese Möglichkeit gibt es! Die weitere Vorgehensweise bespreche ich gerne in einem persönlichen Gespräch.

Was regelt eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht regelt wer für mich handeln darf, wenn ich selber keine Entscheidungen treffen kann. Wichtig ist, dass sie sehr detailliert verfasst wird und keine allgemeinen Floskeln enthält. Geregelt wird z.B. die Gesundheitsfürsorge und wer Auskunft von Ärzten erhält. Der Bevollmächtigte bestimmt den Aufenthaltsort des Betreuten. Der Vollmachtgeber wird gegenüber Behörden, Banken, Versicherungen und Renten- und Sozialversicherungsträgern vertreten. Sie regelt den Empfang der Post und wer diese öffnen darf.

Wenn ich Immobilienbesitzer bin, kann ich festlegen, welche Kompetenz ich dem Bevollmächtigten einräume. Ob er die Immobilie veräußern darf, oder ob er nur die Immobilie vermieten darf. Für das erstere ist allerdings eine öffentliche Beglaubigung der Vollmacht von Nöten, da sie sonst keine Gültigkeit besitzt.

Vorsorgevollmacht ohne Notar – Wie oft sollte man sie aktualisieren?

Immer wenn es neue Rechtsprechungen oder Gerichtsurteile zu dem Thema gibt, sollte man die Vorsorgevollmacht überprüfen lassen, Für den, der eine Vorsorgevollmacht ohne Notar selbst erstellt, bedeutet das immer auf dem aktuellen Stand sein zu müssen und Kenntnis zu allen relevanten Änderungen zu erlangen. Für einen Laien ein sehr schwieriges Unterfangen. So hat es im Jahr 2016 ein Gerichtsurteil vorm BGH gegeben, welches die Rechtsgültigkeit von Millionen Patientenverfügungen aushebelt. Wer also auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich professionelle Hilfe suchen. Dies muss nicht zwingend ein Notar sein.

Was ist bei einer Vorsorgevollmacht ohne Notar zu beachten?

Vorsorgevollmachten die eine Vollmacht zu Immobilienbesitz beinhalten, bedürfen einer besonderen Regelung. Diese müssen öffentlich beglaubigt werden. Öffentliche Beglaubigungen werden durch einen Notar, oder aber auch durch eine landesrechtlich ermächtigte Behörde vorgenommen. Die Kosten einer Beglaubigung bei einer Behörde belaufen sich auf 10,- bis 20,- €. Allerdings sollte man sich im Vorfeld mit dem zuständigen Amtsgericht in Verbindung setzen und fragen ob hier die Beglaubigung durch die Behörde anerkannt wird. Es gibt zu diesem Thema zwar schon ein Urteil vorm OLG in Karlsruhe, aber nicht jeder Rechtspfleger hat hiervon Kenntnis.

Es ist sehr wichtig, dass Ihre Unterlagen im Notfall auch gefunden werden. Eine notariell erstellte Vollmacht wird im zentralen Vorsorgeregister registriert. Wenn der Notfall eintritt schauen die Mitarbeiter der Amtsgerichte als erstes ob hier eine Vollmacht hinterlegt ist, und rufen diese ab. Es besteht die Möglichkeit auch die selbst erstellte Vollmacht in diesem Register zu hinterlegen.

Warum ist eine Vorsorgevollmacht so wichtig?

Eine Vorsorgevollmacht verhindert die Bestellung eines gerichtlichen Betreuers. Für all diejenigen die im Fall der Fälle durch eine vertraute Person vertreten werden möchten ist eine Vorsorgevollmacht unerlässlich.

Wer die Kosten einer Vorsorgevollmacht ohne Notar scheut, sollte die Kosten des gerichtlich bestellten Betreuers bedenken. Diese werden vom Betreuten selber getragen. Der Stundenlohn eines Berufsbetreuers liegt zwischen 22,-€ und 44,- €. Je nach Qualifikation. Im ersten Jahr der Betreuung entstehen je nach Aufwand Kosten zwischen 1500,- € bis 3000,- €.

Wer minderjährige Kinder hat, sollte zu der Vollmacht auf jeden Fall eine Sorgevollmacht erstellen

Mit dieser Sorgerechtsverfügung bestimmen die Eltern wer im Todesfall das Sorgerecht für die minderjährigen Kinder erhält. Viele befinden sich in dem Irrglauben, dass automatisch die Großeltern oder nahe Verwandte das Sorgerecht erhalten. Weit gefehlt. Die Sorgerechtsverfügung unterliegt strengen formalen Vorschriften, ähnlich wie bei einem Testament. Schreiben Sie die Sorgerechtsverfügung mit der Hand. Achten Sie darauf das Sie mit Vor- und Zunamen unterschreiben. Vergessen Sie den Ort und das Datum nicht.

Ist eine Vorsorgevollmacht gleichzeitig eine Patientenverfügung?

Sie benötigen eine Vorsorgevollmacht, wenn Sie keine Entscheidungen mehr treffen können. Dadurch verhindern Sie die Bestellung eines Berufsbetreuers. Durch eine Patientenverfügung bestimmen Sie im Vorfeld die Art der Behandlung, während des unumkehrbaren Sterbeprozesses.

Sie sollte sehr ausführlich verfasst werden, regelt die gegebenenfalls zu ergreifenden oder zu unterlassenden medizinischen Maßnahmen. Für den Fall das eine erwachsene Person durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage ist, diese Entscheidungen selber zu treffen. Liegt keine Patientenverfügung vor oder ist diese zu allgemein verfasst, entscheiden die Vertreterin, der Vertreter gemeinsam mit dem Arzt auf Grundlage des mutmaßlichen Willen des Patienten. Können sich in besonders folgenschweren Entscheidungen der Vertreter und der Arzt nicht einigen muss die Vertreterin die Genehmigung des Gerichts einholen.

Man möge sich vorstellen, wie groß die emotionale Belastung für den geliebten Menschen ist, wenn dieser über lebenserhaltene Maßnahmen entscheiden soll. Aus diesem Grund ist eine konkret formulierte Patientenverfügung unerlässlich. Durch das bereits erwähnte Urteil vor dem BGH sind Millionen erstellte Verfügungen ungültig. Sie sollten überprüfen lassen, ob Ihre bereits erstellte Vollmacht auch weiterhin rechtsgültig ist.  Damit man im Fall der Fälle den geliebten Menschen eine solche Belastung erspart.

Es gibt eine Möglichkeit Vorsorgevollmachten und Patientenverfügung immer aktuell und rechtsgültig zu halten. In einem persönlichen Gespräch erfahren Sie mehr.

Was ist der Unterschied zwischen einer Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung?

Viele kennen den Unterschied nicht und sind der Meinung das eine Betreuungsverfügung und eine Vorsorgevollmacht das gleiche sind.

Eine Vorsorgevollmacht verhindert, dass das Amtsgericht eingeschaltet wird. Der Unterschied zur Betreuungsverfügung besteht darin, das bei einer Betreuungsverfügung das Amtsgericht den Betreuer überwacht und dieser dem Gericht gegenüber Rechenschaft ablegen muss.

Wer kennt nicht die Geschichte der Familie Buddenschön.

Ehepaar Buddenschön, beide Rentner mit einem Altersunterschied von 20 Jahren. Da beide ihr ganzes Leben viel gearbeitet haben, wollen sie sich die letzten Jahre ein schönes Leben machen. Geld genug steht zur Verfügung. Bei Herrn Buddenschön machen sich irgendwann Anzeichen einer Alsheimer Erkrankung bemerkbar. Als sich dies bestätigt schlägt der Hausarzt Frau Buddenschön vor, sie solle doch die Betreuung übernehmen. Leider ist ihr zu diesem Zeitpunkt nicht klar, was das für sie bedeutet.

Sie und ihr Mann verbringen ihr Leben weiter wie bisher. Was Frau Buddenschön nicht klar ist, dass sie eine gerichtlich bestellte Betreuerin geworden ist, und sie über dasVermögen ihres Mannes dem Gericht Rechenschaft ablegen muss. Und so kommt es, dass das Gericht nach 4 Jahren eine Offenlegung der Rechnungen verlangt. Frau Buddenschön fällt aus allen Wolken, da sie sich nie bewusst war was die Aufgabe eines Betreuers beinhaltet.

Sie besitzt nicht mehr alle Belege der vergangen 4 Jahre. Das Amtsgericht erkennt einen Großteil der vorhandenen Belege nicht an. Daraufhin soll sie 54.000 € auf das gemeinsame Konto einzahlen. Das ist aus finanziellen Gründen nicht möglich. Sie versteht auch nicht warum, sie und ihr Mann haben doch die letzten Jahre gelebt wie immer.

Das Gericht lässt sich auf einen Vergleich ein. Ihr gehört das halbe Grundstück. Das Amtsgericht belastet das Grundstück im Grundbuch mit 25.000 €.  Als Konsequenz entscheidet das Gericht, das Frau Buddenschön aus ihrem Amt zu entlassen ist. Herr Buddenschön bekommt jetzt einen gerichtlich bestellten Betreuer. Und noch schlimmer, Frau Buddenschön wird die EC Karte entzogen. Sie bekommt von dem Betreuer einen monatlichen Betrag zugewiesen. Davon kann sie zwar gut leben, aber mit dem Verlust der Selbstsändigkeit Ihres Mannes hat sie auch die eigene Selbstständigkeit verloren.

Welche Konsequenzen können bei einer Betreuungsverfügung entstehen?

Nach Differenzen mit dem Betreuer werden ihr nach und nach auch die anderen Rechte entzogen. Ein Anderer entscheidet jetzt über den Aufenthaltsort ihres Mannes und sie darf nicht einmal mehr die Post öffnen. Frau Buddenschön verliert dadurch alle ihre Rechte.

In diesem echten Beispiel wird klar, wo der Unterschied zwischen einer Betreungsverfügnug und einer Vorsorgevollmacht liegt.

Wenn Herr Buddenschön, seine Frau als Bevollmächtigte in einer Vorsorgevollmacht bestimmt hätte, wäre das Amtsgericht nicht eingeschaltet worden. Frau Buddenschön würde weiterhin eigenständig über ihre Konten verfügen können, so wie sie und ihr Mann es immer gewollt haben.

Was kostet eine Vorsorgevollmacht ohne Notar?

Die Kosten einer notariell erstellten Vollmacht richten sich nach Ihrem Vermögen.

Das bundeseinheitliche Gerichts- und Notarkostengesetz sieht einen bestimmten Gebührensatz vor. Wenn Sie sich ein Formular für eine Vorsorgevollmacht aus dem Internet ziehen, kostet dies Sie unter Umständen garnichts, eventuell entstehen aber sehr hohe Kosten weil das Dokument nicht rechtsgültig ist, und im Nachgang doch ein gerichtlich bestellter Betreuer eingeschaltet wird. Es sollte also gut überlegt sein, ob man hier nicht am falschen Ende spart.

Da ich als Generationenberaterin (IHK) nicht zum Standesrecht gehöre, darf ich keine individuelle Beratung durchführen. Ich habe eine Kooperation mit einem Rechtsdienstleister, welcher Ihre Wünsche rechtskonform umsetzt und formuliert.

Der Vorteil ist, dass die Höhe der Kosten von Anfang an fest stehen und somit kalkulierbar sind.

Der größte Vorteil liegt aber meiner Meinung nach darin, dass dieser Rechtsdienstleister die Vorsorgevollmachten im zentralen Vorsorgeregister registriert und für eine kleine Servicepauschale diese Vollmachten und Verfügungen immer rechtsgültig und aktuell hält.

Sie werden informiert, wenn es eine Gesetzesänderung oder ein neues Urteil gibt. Unaufgefordert erhalten Sie neue Formulare oder Zusätze. Sie unterschreiben diese Ergänzungen und senden sie zurück. Daraufhin werden Ihre Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister aktualisiert –

Somit ist Ihre Vollmacht, Ihre Verfügung wieder rechtskräftig.

Das alles für eine kleine Servicepauschale, egal wie oft eine solche Änderung in einem Jahr eintritt.

Lassen sie Ihre Vollmachten oder Verfügungen von einem Notar erstellen, müssen Sie selber solche Urteile und Gesetzesänderungen im Auge behalten. Oder alle 1 bis 2 Jahre den Notar aufsuchen, damit er Ihre Vollmachten und Verfügungen überprüft.

Deshalb ist es sinnvoll sich im Vorfeld Gedanken über die Kosten zu machen, welche im Laufe der Jahre entstehen können.

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